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Chronik

Villa Leonhardt
gebaut 1912-1914

VILLA Leonhardt – Scheringerstrasse 1-3 (früher Albertstr.1)

CHRONIK

Villa Leonhardt
gebaut 1912-1914

Das Gebäude in der Scheringerstrasse 1-3 (früher Albertstr.1) wurde 1910 von Prof. William Lossow und Max Hans Kühne entworfen.
Die beiden Architekten aus Dresden sind u.a. für diverse Stadtvillen in Dresden und den Kopfbahnhof in Leipzig bekannt.
Von 1912-1914 wurde die Villa in Zwickau für die Familie von Carl Friedrich Leonhardt gebaut.
Sie grenzt an die Parkstraße und von dort aus direkt an den Schwanenteich.

Postkarte von 1920, Druck und Verlag Franz Landgraf, Kunstanstalt, Zwickau 2137

Original Ansicht nach Fertigstellung 1914

-> Gebäude-Verbindungsbogen an der rechten Auffahrt
-> vorderer Balkon – geht im Originalbau bis zum Dachgeschoß

Kommerzienrat Carl Friedrich Leonhardt 1866-1938

Kommerzienrat Carl Friedrich Leonhardt

Carl Friedrich Leonhardt wurde als ältester Sohn des Mühlen- und Fabrikbesitzers, Herrn Christian Gottlieb Leonhardt, am 7. Juli 1866 in Crossen geboren.
Am 27. Mai 1911 wurde Carl Friedrich 
Leonhardt zum Stadtrat der Kreisstadt Zwickau berufen und im Jahre 1912 erfolgte die Ernennung zum Königlichen Sächsischen Kommerzienrat.
Kommerzienrat Carl Friedrich Leonhardt hat nicht nur für seine Betriebsangehörigen ein reiches offenes Herz gehabt, sondern hat auch im stillen, oft ungesehen und unbekannt, viel Gutes getan und viele Tränen stillen können. Sein gesunder Sinn für alles Große und Schöne in der Kunst und Liebe für die Natur ließen sein vornehmes Wesen im rechten Lichte erscheinen.

Kommerzienrat Carl Friedrich Leonhardt

1895-1903

Firma Leonhardt Söhne Crossen

Am 1. Januar 1895 gründete er zusammen mit seinem Bruder Gottlieb Paul Leonhardt die Firma Leonhardt Söhne in Crossen bei Zwickau. Die Firma Leonhardt Söhne erlangte Weltruf für ihre hervorragenden Erzeugnisse insbesondere in der Kartonpapierherstellung.
Im Oktober 1903 erfolgte die Übersiedlung von Crossen nach Zwickau.
Die Firma beschäftigte gegen Ende der 30er Jahre etwa 1200 Arbeiter und Angestellte.
Schon vor dem 1. Weltkrieg galt die Firma als vorzüglich geleitet. Die beiden Inhaber genossen infolge der sozialen Fürsorge für die Angestellten und Arbeiter hohes Ansehen und dankbare Verehrung durch ihre Mitarbeiter. Diese Fürsorge auf allen Gebieten der sozialen Wohlfahrt wurde während des Krieges und der Nachkriegsjahre bis zur Gegenwart fortgesetzt und gesteigert, soweit dies in den Notjahren überhaupt möglich war.

Leonhardt Söhne, Crossen Mulde

1909-1914

August Horch Automobilwerke GmbH Zwickau

Carl-Friedrich Leonhardt galt u. a. als Großaktionär der von August Horch am 16. Juli 1909 gegründeten Firma „August Horch Automobilwerke GmbH “ in Zwickau. So nahm Carl-Friedrich Leonhardt an der Beratung unter Geschäftfreunden teil, wo aus der „August Horch Automobilwerke GmbH“ im Dezember 1914 die neue „Audi Automobilwerke AG“ gegründet wurde.
Carl Friedrich Leonhardt war Vorsitzender des Aufsichtrates der neugegründeten Audiwerke AG in Zwickau und der A. Horch & Cie., Motorwagen-Werke AG in Zwickau. Mit der Bildung der Aktiengesellschaft wurde eine Einflußnahme des Aufsichtsrates auf den Vorstand bemerkbar, der sich beonders auf die Entwicklung der Fahrzeuge konzentrierte. So wurde 1916 zur Kontrolle und Überwachung aller technischen Angelegenheiten innerhalb des Aufsichtsrates ein technischer Ausschuß unter Mitwirkung von C. F. Leonhardt gebildet.

August Horch Automobilwerke GmbH Zwickau

VILLA - LEONHARDT HOCHZEITEN - TAGUNGEN - EVENTS
1910

Planung des Gebäudes

Das damalige Wohn-Gebäude in der Scheringerstrasse 1 (früher Albertstr. 1) wurde 1912-1914 von Prof. William Lossow und Max Hans Kühne, Architekten aus Dresden, als Villa der Familie Carl Friedrich Leonhardt gebaut.

Die Baukosten des Objektes beliefen sich auf 1 Million Reichsmark.

Vorderansichtszeichnung der Architekten
Prof. William Lossow und Max Hans Kühne
vom 8.6.1910

1912-1914

Bau des Gebäudes

Die Villa besitzt einen schönen Garten, eine würdige Auffahrt und bietet dem Eigentümer sowie Nutzer einen repräsentativen Charakter.

Postkarte nach Fertigstellung

1914-1915

Vollendung innen und außen

Höhepunkt im inneren der Villa ist das prachtvolle Speisezimmer mit dem in Öl auf Leinwand ausgeführten Gemälde: Rembrandt und Saskia im Gleichnis vom verlorenen Sohn – eine hochwertige Nachbildung des 1635 vom niederländischen Meister Rembrandt geschaffenen Originals, welches in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden ausgestellt ist.

Rembrandt und Saskia im Gleichnis vom verlorenen Sohn, Original 1635, auch genannt De verloren zoon in een herberg, The Prodigal Son in the Brothel oder The Prodigal Son in the Tavern, ist ein Gemälde des niederländischen Malers Rembrandt van Rijn.

ab 1915

Audi Automobilwerke AG Zwickau
und A. Horch & Cie., Motorwagen-Werke AG zwickau

Die beiden Kopien der Aktien der Fa. Horch und Cie Motorenwerke AG Zwickau aus dem Jahre 1914 und der Audiwerke AG Zwickau aus dem Jahre 1915 tragen für den Aufsichtsrat die Unterschrift von Carl-Friedrich Leonhardt. Im Jahre 1928 betrug das Aktienkapital der Audiwerke AG Zwickau des Aktionärs Carl Friedrich Leonhardt ca. zwei Drittel des Gesamtaktienkapitals von 2,6 Mill. Reichsmark.
Nach kurzem Krankenlager verstarb am 20. Mai 1938 Carl Friedrich Leonhardt. Seine Ehefrau Susanne Leonhardt geb. Toelle führte die Geschäfte ihres verstorbenen Ehemannes in der Villa bis zu ihrem Tode am 11. November 1940 weiter. Die Tochter, Irene Leonhardt, geb. am 14. August 1894, verehelichte Heinrich tritt das Erbe ihrer Eltern an.
Die Eheleute Leonhardt sind in ihrer Villa, Zwickau Albertstr. 1, verstorben. Die letzte Ruhestätte fanden sie mit ihrem im 1. Weltkrieg den Heldentod gefallenen Sohn auf dem Hauptfriedhof in Zwickau.

Audiwerke AG in Zwickau und A. Horch & Cie., Motorwagen-Werke AG in Zwickau

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7.10.1944

Bombeneinschlag am 7.10.1944

Am 7. Oktober 1944 wurde das Gebäude durch einen Bombeneinschlag beschädigt.
Man dachte, das Gebäude wäre das Bahhofsgebäude und wollte die Infrastruktur der Stadt Zwickau damit schwächen.
Ab der ersten Hälfte des Jahres 1946 bis 1947 ist das bombenbeschädigte Gebäude von einem Onkel der Grundstücksbesitzer wieder aufgebaut worden.
Das Gebäude in der Scheringerstr. 1-3 bleibt bis zu Ihrem Tode am 15.9.1965 Eigentum von Frau Irene Heinrich geb. Leonhardt.

Ende 2. Weltkrieg

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1948-1970

IHK Dresden, kommunale Wohnungsverwaltung Zwickau

Wegen angeblicher Überschuldung des Gebäudes ist das Grundvermögen enteignet und in das Eigentum des Volkes überführt worden.
Als Pächter waren von 1948-1960 die Industrie-und Handelskammer Dresden, von 1960-1970 die Kommunale Wohnungsverwaltung Zwickau und ab 1970 das VEB Kombinat Umformtechnik Erfurt eingetragen.

IHK Dresden, kommunale Wohnungsverwaltung Zwickau

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ab 1970

UTZ Umformtechnik Zwickau

Genutzt wurde das Gebäude nach dem 2. Weltkrieg außerdem durch das Deutsche Amt für Material-und Warenprüfung der DDR.
Mit der Bildung des Instituts für bildsame metallische Formung im Jahre 1949 erfolgte im Jahre 1953 die Gründung des Institutes für bildsame Formung der Metalle.
1960 wurde das o. g. Institut in das Zentralinstitut für Fertigungstechnik Karl-Marx-Stadt mit dem Bereich Umformtechnik einbezogen.
Im Rahmen der Kombinatsbildung in der DDR wurde 1970 der Bereich Umformtechnik dem Kombinat Umformtechnik Erfurt mit dem Berreich Verfahrensforschung zugeordnet und durch diesen genutzt.

UTZ – Umformtechnik Zwickau

ab 1990

Nachwendezeit

1994 wurde für das Gebäude Zwickau, Scheringerstr. 1-3 eine Gesellschaft des Bürgerlichen Rechtes im Grundbuch Zwickau eingetragen
(Sonja Nagel, Lutz Salzer, Helga Florl) – alle ehemals UTZ).
Mit der Gründung der GBR im Jahre 1994 wurden die Räumlichkeiten als Büros vermietet.
2006 wurden Klaus und Gabriele Petri Eigentümer des Gebäudes.
Hauptmieter wurde die P&P AG

UTZ -> GbR Nagel, Salzer, Florl -> Petri -> P&P

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ab 1.7.2016

Familie Schuster

Am 1.7.2016 begann der neue Eigentümer Falk Schuster gemeinsam mit seiner Familie mit der komplexen Sanierung des Gebäudes.
Es wurden fast alle Fenster (über 100) erneuert, alle Heizkörper ausgetauscht bzw. aufgearbeitet.

Familie Schuster Sanierung seit 1.7.2016

2016-2020

Treppe, Terasse, Zugang

keine Treppe zur Terasse, keine nutzbare Terasse, keine Baluster, kein Zugang zur Villa über den Garten ins Gebäude, Kellerfenster ohne Licht – so war der Zustand 2016.
Schritt für Schritt wurde alles wieder hergestellt.

Treppe und Terasse sowie der Zugang von der Terasse ins Gebäude waren nicht mehr vorhanden (siehe Bild)

seit 2020

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Verborgene Zugänge sowie stillgelegte und nicht mehr nutzbare Terassen sowie die großzügige Treppe zum Garten wurden wieder hergestellt.

Treppe und Terasse sowie der Zugang von der Terasse ins Gebäude erstrahlen seit 2020 wieder in voller Funktion (siehe Bild)

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